ADAC: Mit Bleifuß ins Desaster

Es ist doch erstaunlich, wie sich Muster des Umgangs mit Krisen stets wiederholen, ganz unabhängig von Art, Branche oder Größe der betroffenen Organisation.

Ein Chart, das ich in Workshops und Trainings immer wieder nutze, beschreibt „den garantierten Weg ins Desaster“ angesichts einer Krisensituation; und das Schöne ist, dass man praktisch im Wochenrhythmus neue Beispiele für das prototypische Abschreiten dieses Weges einsetzen kann.

Der Prozess verläuft stets nach dem folgenden Muster:

  1. Ein virulentes Problem ist irgendwo in der Organisation bekannt, wird aber nicht an die verantwortlichen Stellen berichtet – oder dort abgeblockt
  2. Das Problem wird öffentlich – die Organisation leugnet seine Existenz, oder spielt die Bedeutung herunter
  3. Es entsteht massive, negative Publizität – die Organisation schiebt die Verantwortung ab (auf einen Einzelnen, oder auf Andere); und bringt möglicherweise ein Bauernopfer
  4. Medien graben weitere, ältere Sünden aus – die Organisation lenkt (halbherzig) ein, übt sich (nun verzweifelt) in Schadensbegrenzung
  5. Umfassende Vertrauensverluste, massiver Reputationsschaden – mit finanziellen Folgen bis hin zum Ruin der Organisation

Ein Klassiker ist der Umgang des Ölkonzerns BP mit der Explosion der Bohrplattform Deepwater Horizon im Jahr 2010. Image

Wie man sieht, lassen sich die Inhalte nahtlos durch das aktuelle Verhalten des ADAC ersetzen: Image

Dabei ist die Sache doch eigentlich gar nicht so kompliziert: Image

Andererseits – nun ja, ist eben doch alle Theorie grau.

Dann also bis zur nächsten Krise!

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